Der Architekt Hans Waloschek (s. auch seinen Lebenslauf) war von März 1928 bis Oktober 1932 Leiter des Architekturbüros der GEWOG-Dresden (die Gemeinnützige Wohnungs- und Heimstätten-Gesellschaft für Arbeiter, Angestellte und Beamte m.b.H.) oder genauer, des "Baubüros Mitteldeutschland" der Muttergesellschaft DEWOG (die "Deutsche Wohnungsfürsorge Gesellschaft für Beamte, Angestellte und Arbeiter") mit Sitz in Berlin (s. Karl-Heinz Löwel). In dieser Zeit hat er für die GEWOG-Dresden Baupläne und andere Dokumente, oft zusammen mit Richard Rösch, verantwortlich unterzeichnet. Oft hat er auch ausdrücklich für die Bauleitung unterzeichnet, wie die wenigen heute noch erhaltenen Dokumente zeigen. Es geht daraus aber i.a. nicht eindeutig hervor, ob und wie weit er auch an den Entwürfen oder bei der Planung der Bauten selbst maßgeblich beteiligt war. Diesbezüglich sind wir auf Vermutungen, architektonische Einzelheiten und Erinnerungen angewiesen. Alle Unterlagen des GEWOG-Büros in Dresden, die vielleicht darüber Aufschluß geben könnten, wurden 1933 von den Nazis vernichtet. Bei der Nachfolgeorganisation der GEWOG, der 1939 gegründeten und nach dem Krieg in beiden Teilen Deutschlands (getrennt) weitergeführten „Neuen Heimat“, war auch nichts mehr darüber zu erfahren.
In seinen Erzählungen hat Hans Waloschek später oft die "Sonnenlehne-Häuser" an der Schützenhofstraße, die genau geplanten Wohnungen der Häuserblocks in der Siedlung Trachau und in Meißen und die bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Einrichtungen des Volkshauses Riesa und seiner Fassade stolz und mit Begeisterung erwähnt und einige Fotos davon gezeigt. Diese Äußerungen haben Verwandte und Freunde zu dem Schluß geführt, das Hans Waloschek der planende Architekt dieser Gebäude war. Ein bei der GEWOG geplantes Projekt "Löbtau" hat er auch oft genannt (ein Auftrag, der von den Nazis storniert wurde). Es konnte aber bis jetzt nicht lokalisiert werden.
Über die Siedlungshäuser in Wölfnitz und Coschütz und über den langen Wohnblock neben dem Volkshaus Riesa hat Hans Waloschek dagegen so wenig berichtet, daß wir erst durch die Untersuchungen von Karl-Heinz Löwel über ihre Existenz und über ihre Zuordnung zur GEWOG-Dresden erfahren haben. Laut Herrn Löwel sprechen nicht nur die unterzeichneten Dokumente sondern auch einige architektonische Details (z.B. die Dachfirste der Giebeldachhäuser oder die Balkone der Häuserblocks) für die "Handschrift" des Hans Waloschek. Auch die recht komplizierte Aufteilung der Detailplanung der Großsiedlung Trachau auf die beteiligten Architekten basiert z.T. auf solche Details.
Es sind bis jetzt keine weiteren Bauten der GEWOG-Dresden aus den Jahren 1928 bis 1932 bekannt, es ist aber durchaus möglich, daß noch weitere existierten oder mit Siedlerverbänden oder Komunen in der Planung waren. Wenig wahrscheinlich erscheint es dagegen, daß der junge Architekt Hans Waloschek (geb. 1899) neben den schon erwähnten Vorhaben damals noch weitere Bauten planen oder leiten konnte. Schon die Großsiedlung Trachau mußte ja auf mehrere Architekturbüros verteilt werden.
Pedro Waloschek