Wer war Richard Rösch?
Richard Rösch wurde am 2. Juli 1874 in Frankenberg geboren. Er war Zimmermann von Beruf und hat sich später als überzeugter Sozialdemokrat hauptsächlich politischen und redaktionellen Aufgaben gewidmet.
Von 1901 bis 1914 war Richard Rösch Funktionär und Redakteur in der SPD, 1917 in der USPD. Vom 20.2.1919 bis zum 23.6.1933 (Verbot der SPD) war er Stadtverordneter der SPD in Dresden, hatte 1922 den Fraktionsvorsitz, war 1919-1932 Mitglied des Finanzausschusses und von 1927 bis 1932 Beisitzer. Daneben war er 1919 bis 1920 auch Leiter der Expeditionsabteilung der "Unabhängigen Volkszeitung" und 1922 bis 1923 Redakteur der "Dresdner Volkszeitung".
Richard Rösch war Mitglied zahlreicher gemischter Ausschüsse: Wohnungs-, Kleinwohnungsbau-, Hauserhaltungs- und Verfassungsausschuß. Er war auch Mitglied des Verwaltungsrates der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke, der Kohlenkommune, des Ernährungsbeirates, des Verwaltungsausschusses des Arbeitsamtes, des Aufsichtsrats der GEWOBAG und der Dresdner Baugemeinschaft GmbH. Von 1929 bis 1933 war er Geschäftsführer der GEWOG-Dresden.
Richard Rösch galt als eines der rührigsten Mitglieder des Stadtverordnetenkollegiums besonders in Fragen der Bekämpfung der Wohnungsnot und der Arbeitslosigkeit. Er war eine der führenden Personhichkeiten des Dresdner Siedlungswesens. Rösch war ein guter und temperamentvoller Redner mit großer Sachkenntnis. Er vertrat seine Partei nicht nur als Stadtverordneter, sondern auch als Mitglied der Sächsischen Gemeindekammer und im Sächsischen Gemeindetag. In Dresden setzte er sich besonders für den gemeinnützigen Wohnungsbau und die Errichtung von Volksheimen ein.
Im März 1933 wurde Richard Rösch in seiner Wohnung in der Kirchhoffstraße (jetzt: Richard-Rösch-Straße) 40 verhaftet, wurde dabei geschlagen und mußte durch die Straßen der Siedlung vor Bajonetten herlaufen und dabei immer wieder die Hände hochhalten Im Keller des Gebäudes der "Dresdner Volkszeitung" wurde er dann gefangengehalten, in der Haftanstalt Mathildenstraße schwer mißhandelt und als Schwerkranker mit einem Herzleiden entlassen, wobei er unterschreiben mußte, daß er gut behandelt wurde, und daß er niemanden etwas darüber erzählen würde. Trotzdem hat Richard Rösch sehr genau (u.a. Hans Waloschek, der es seinem Sohn Pedro überliefert hat) über die vielen Folterungen und Verhöre berichtet, und z.B., daß im Keller der Druckerei fast jeden Morgen "Erschießen" geübt wurde.
Nach seiner Entlassung ist Richrad Rösch mit seiner Frau nach Cunewalde bei Bautzen (Oberlausitz) in das elterliche Haus seiner Frau gezogen. Sie hatten die Scheune, bzw. den Ziegenstall zu einer Wohnung aus- bzw. umgebaut. Dort ist er am 28. Oktober 1936 gestorben. Die Ehe war kinderlos. Seine Frau hat bis zu ihrem Tode, am 12. Oktober 1963 in der damals geschaffenen Wohnung gewohnt.