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Gelegen in Riesa, Breitscheidstraße, an der Ecke zur neu gebauten Kasernenstraße, mit einer anschließenden, abgewinkelten Wohnzeile entlang der (jetzt geschlossenen) Jahnstraße (anscheinend früher Bismarkstraße).
Das ganze Gelände ist (Juni 1999) vollkommen mit hohem Maschendrahtzaun abgesichert, einschließlich der früheren Jahnstraße. Die Fenster sind fast alle eingeschlagen und zum Teil mit Brettern oder Spanplatten verschlossen, so auch die Türen oder Eingangsflächen. Die Bretter an einer Eingangstür zur Breitscheidstraße sind anscheinend aufgebrochen (Juni 1999). Im Juli 1999 war auch der Verschlag neben dem Haupteingang aufgebrochen. Das Grundstück ist verwildert, der hintere Teil so verwachsen, daß keine Einsicht möglich ist. Einige Schilder auf Russisch sind noch sichtbar: Es war zu DDR-Zeiten eine russische Kaserne.
Bei seinen Recherchen hat Karl-Heinz Löwel Kopien der Grundrisse und Ansichten aller Stockwerke der Gebäude (verkleinerte Kopien, wahrscheinlich aus einem Archiv der Stadt Riesa) gefunden, z.T. mit Datum April 1930. Als Bauherr wird darauf die „Volkshaus Riesa GmbH“ (Unterschrift: F. Kiß) genannt. Die Pläne tragen unter „Entwurf und Bauleitung“ den Stempel der GEWOG-Dresden mit den Unterschriften „Rösch“ und „Waloschek“, als „Bauleiter“ unterzeichnet nochmals „Waloschek“, Ausführung „Karl Siegert“. Als Flurstück wird „924d“ genannt.
Im Volkshaus sind u.a. untergebracht: Sitzungszimmer, ein Wohntrakt mit mehreren Gästezimmern, „Manschaftsräume“, Waschräume, eine Kegelbahn, Essraum (Restaurant/Kaffee) usw. Das Haus wurde am 1. März 1930 eingeweiht (nach einem leider verlorenengegangenen Prospekt) und wohl bis 1933, so wie die „Volkshäuser“ in anderen Städten, für Versammlungen Gewerkschafts- oder SPD-nahen Organisationen benutzt.
Die Tatsache, daß die GEWOG-Dresden auch die danebenliegende, sehr lange Wohnzeile geplant und gebaut hat, wurde erst durch die von Herrn Löwel gefundenen Archivunterlagen klargestelt.